Dschungel Dekoration

Dschungelparty mit Experimenten

Es war eine echte Premiere für mich: der erste Kindergeburtstag, den ich komplett auf Englisch durchführen musste! Das ist auch gleichzeitig meine Entschuldigung dafür, dass es diesmal nicht ganz so viele aussagekräftige Fotos gibt – ich war während der Party so konzentriert, dass ich kaum ans Fotografieren gedacht habe. Einige Fotos sind daher von einer meiner reinen Experimentierpartys ausgeliehen.
Da ich die Zusammenstellung aber durchaus gelungen finde, wollte ich euch die Ideen trotzdem nicht vorenthalten – wenn auch mit etwas weniger visueller Unterstützung.

Aber von vorne: Meine Schwester ist vor knapp zwei Jahren in die USA ausgewandert. Bis dahin hatte ich für meine Nichte schon einige Partys organisiert, vorbereitet und geschmissen. Letztes Jahr musste meine Schwester selbst ran und meinte danach scherzhaft: „Ich zahl dir den Flug, nächstes Jahr musst du das wieder machen!“
Was als Spaß begann, wurde dieses Jahr tatsächlich Realität. Ich bin mit meinem Sohn nach Washington geflogen und habe dort mit den Kids Party gemacht – und das alles als große Überraschung für meine damals 8-jährige Nichte, die erst am Flughafen erfuhr, dass wir kommen.

Die Dschungel-Dekoration

Meine Nichte hatte sich eine Party zum Thema „Experimente im Dschungel“ gewünscht, also plante ich alles bereits in Deutschland und bereitete einen Großteil vor.
Dekoriert habe ich klassisch im Dschungel-Stil: Dschungel-Teller und Becher *, große künstliche Urwaldblätter *, Schleich-Tiere und jede Menge buntes Essen. Luftballons * durften natürlich nicht fehlen, und da bin völlig eskaliert. Sie sollten den Raum noch ein bisschen „dschungeliger“ wirken lassen, und am Ende wirkte es, also man untern einem Blätterdach lief.

Dschungelspiele und Experimente

Nachdem – viel zu spät – zumindest die Hälfte der Kinder eingetroffen war (die andere Hälfte erschien schlicht nicht, was laut meiner Schwester aufgrund der amerikanischen „Zuverlässigkeit“ dort durchaus normal ist), erklärte ich, wie unsere Expedition in den Dschungel ablaufen würde.

Markierungen im Dschungel setzen

Wenn man sich in den dichten Dschungel begibt, ist die Gefahr groß, sich zu verlaufen. Deshalb schlug ich vor, Markierungen zu setzen. Sehr gut dafür geeignet seien Luftballons – doch weil noch ein anstrengender Weg vor uns lag, sollten wir unsere Puste lieber sparen und die Magie des Dschungels nutzen.

Jedes Kind bekam eine mit einer merkwürdigen Flüssigkeit gefüllte Flasche, über deren Öffnung ein schlaffer Luftballon gespannt war. Auf mein Zeichen hoben alle Kinder gleichzeitig die Ballons an – und diese bliesen sich ganz von alleine auf.
Was die Kinder nicht wussten: Beim Anheben rieselte Backpulver aus dem Ballon in die geheimnisvolle Flüssigkeit (Essig) und löste eine chemische Reaktion aus. Das entstehende Gas Kohlendioxid sorgte für die „Zauberei“.

Unsere Markierungen waren gesetzt, und wir konnten weiter in den Urwald vordringen. 

Experimentierparty

Der Spinnen-Pfad

Als Nächstes stolperten wir über einen Pfad, auf dem sich einige (Plastik-)Spinnen * tummelten. Nachdem die ersten „Ihhh!“-Schreie verklungen waren, erklärte ich den Kindern, wie sie den Spinnen zurück in ihr Zuhause helfen konnten – ohne sie anfassen zu müssen.
Die Lösung: Strohhalme. Mit ihnen konnten die leichten Plastikspinnen mühelos vorwärtsgepustet werden. Die Herausforderung bestand allerdings darin, den vorgegebenen Pfad nicht zu verlassen, den ich zuvor mit Kreppband auf den Boden geklebt hatte.

Tropischer Sturm

Plötzlich zog ein tropischer Sturm auf, und wir mussten schnell einen Unterschlupf finden. Alle suchten Deckung und wurden zum Glück nicht nass – hier setzte ich ganz auf Fantasie und die Mitarbeit der Kinder.
Nachdem der Regen abgeklungen war, kam die Sonne heraus. Ich gab den Hinweis, dass nun bestimmt bald ein Regenbogen erscheinen würde. Aber wir könnten natürlich auch ein wenig nachhelfen …

Jedes Kind bekam einen hellen Teller. In die Tischmitte ließ ich jede Menge bunte M&Ms rieseln, die nun als Kreis auf die Teller gelegt wurden. Anschließend goß ich vorsichtig Wasser in die Mitte der Teller, bis alle Schokolinsen das Wasser berührten.
Und dann begann das Schauspiel: Die Farben lösten sich auf und wanderten in Richtung Mitte – wunderschöne Regenbogen entstanden. Magisch, dieser Regenwald.

Die zauberhafte Quelle

Nun wurde es noch magischer, als ich von dem Gerücht einer geheimnisvollen Quelle erzählte, deren Wasser Unglaubliches hervorbringen sollte. Und prompt fanden wir sie.
Dass es sich dabei keinesfalls um einen normalen Wasserspender am Kühlschrank handeln konnte, glaubten mir die Kinder spätestens, nachdem sie gesehen hatten, wie sich Luftballons von selbst aufblasen und Regenbogen auf Kommando entstehen.

Jedes Kind durfte sich Quellwasser in ein Glas mit Schraubdeckel * abfüllen. Die Deckel schraubte allerdings ich selbst auf – denn im Inneren jedes Deckels klebte ein winziger Tropfen Lebensmittelfarbe.
Als das erste Kind begann, die Magie zu testen, indem es sein Glas schüttelte, verfärbte sich das Wasser in Sekundenbruchteilen blau. Das nächste Glas wurde rot, das darauffolgende gelb. Die Münder standen offen – und ich freute mich innerlich sehr. Das Gerücht schien wahr: Das Wasser war magisch.

Anmerkung: In meinem Artikel zum „Harry-Potter-Kindergeburtstag“ könnt ihr nachlesen, wie derselbe Trick in eine andere Geschichte eingebunden ist.

Die magische Wasserkuppel

Da das magische Wasser viel zu schade zum Wegschütten war, schlug ich ein weiteres Experiment vor. Die Kinder waren inzwischen völlig in der Dschungelgeschichte angekommen und reagierten begeistert.
Jedes Kind bekam eine Cent-Münze und eine Plastikpipette *.

Gemeinsam wurde geraten, wie viele Tropfen wohl auf die Münze passen könnten – von zwei bis zehn war alles dabei. Doch als sich nach einigen Tropfen eine richtige Wasserkuppel bildete und am Ende tatsächlich 21 Tropfen Platz fanden, bevor das Wasser überlief, waren alle erneut sprachlos.
Da meine Englischkenntnisse für eine genaue Erklärung der Wasseroberflächenspannung nicht ausreichten, schob ich auch dieses Phänomen einfach wieder auf das „Magical Water“.

In der Hitze des Dschungels

Nicht nur die Kinder waren inzwischen heiß gelaufen – im Dschungel war es nun auch heiß genug für einen Schmelzversuch.
Dafür benötigt man Schrumpffolie *, Wolle oder Faden, Perlen, Buntstifte und einen auf 180 Grad vorgeheizten Backofen.

Ich hatte im Vorfeld für jedes Kind ein Baumblatt auf Schrumpffolie vorbereitet, inklusive Namen (Achtung: Spiegelschrift!) und Loch für die Aufhängung. Die ausgeschnittenen Motive durften die Kinder nun nach Belieben ausmalen.
In Deutschland kennen viele Kinder Schrumpffolie und wissen, dass sie im Ofen auf etwa ein Siebtel ihrer Größe schrumpft und fest wird. Meine amerikanischen Girls kannten diesen Effekt allerdings nicht – und so konnte ich sie erneut überraschen. Auch die anwesenden Mamas staunten nicht schlecht und begannen, eigene Kunstwerke zu gestalten.

Für die fertigen Anhänger bastelten wir anschließend Perlenketten. Fertig waren wunderschöne, personalisierte Erinnerungsstücke an diesen Tag.

Das silberne Tukan-Ei

Ich hatte noch ein letztes Highlight in petto.
Plötzlich lag da ein Ei.

Ich äußerte die Vermutung, dass es sich dabei um ein äußerst seltenes Tukan-Ei handeln könnte, das im Wasser silbern glitzert. Da es wie ein ganz normales Hühnerei aussah, gab es nur eine Möglichkeit, das herauszufinden.

Ich nahm das hart gekochte und ausgekühlte Ei, rußte es über einer Flamme rundherum schwarz an und ließ es anschließend in ein Glas Wasser gleiten. Und siehe da: Die schwarzen Stellen begannen silbern zu schimmern.
Physikalisch liegt das an der Lichtreflexion auf der angerußten Oberfläche – doch in unserer kleinen Dschungelwelt war das natürlich der eindeutige Beweis für ein seltenes Tukan-Ei. Die Kinder waren begeistert.

Anfangs war ich unsicher, ob ich die von Hüpfburgen, Funlands und Clown-Zauberer-Elsa-Besuchen verwöhnten Kinder mit meinem Dschungelabenteuer überhaupt erreichen würde. Doch die Sorge war unbegründet.
Es war etwas völlig Neues – und die Kinder sind komplett in die Geschichte eingetaucht.

In diesem Sinne: Thank you for your attention!


Knallbunte Grüße
Jessica

 

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Eine Antwort

  1. Danke für diesen Eintrag!
    Meine Tochter wünscht sich zum 8. Geburtstag genau solch eine Mottoparty. Ich werde einiges davon sicher übernehmen:)

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