(12) Orthopädische Spreizliegeschale – treuer nächtlicher Begleiter

Home / Hüftdysplasie / Hüftluxation / (12) Orthopädische Spreizliegeschale – treuer nächtlicher Begleiter
1+

Übertherapie mit Spreizliegeschale

Nachdem wir den Gips endgültig los waren, zog ein neues orthopädisches Hilfsmittel bei uns ein: Eine Spreizliegeschale. Das ist eine von der Orthotechnik angepasste Schale aus Plastik, in der meine Große seitdem nachts mit abgespreizten Beinen schläft. Ursprünglich war geplant, damit noch ein bisschen  über zu therapieren, aber jetzt, mit 4 ½ Jahren, hat sie bereits die  vierte Schale. Die Röntgenbilder haben nie eine perfekte Hüfte gezeigt, deshalb wurde konservativ weiter behandelt, auch noch nach der operativen Metallentfernung (OP Nummer 5) ein halbes Jahr später.

Nach jedem Wachstumsschub wird die Schale entweder verlängert (das ist ein Mal möglich) oder sie bekommt eine neue. Prinzipiell ist das Ding nicht schlimm, sie muss ja nur nachts rein. Es ist nur nervig, wenn sie auswärts bei Oma und Opa übernachtet oder wir in den Urlaub fahren und das sperrige Teil mitschleppen müssen. Aber es funktioniert, sogar in die Türkei und nach Griechenland haben wir es mitgenommen.

Hüftdysplasie, Hüftluxation, Spreizliegeschale
Aus einer Spreizliegeschale nach der anderen ist die Große raus gewachsen. Aktuell schläft sie schon in der vierten Maßanfertigung.

Konsequenz ist das A und O

Die einzige Ausnahme, die ich in der konsequenten Benutzung der Spreizliegeschale mache, ist, wenn die Große krank ist. Bei Fieber, Bauchschmerzen, verstopfter Nase, Magen-Darm… nein, ich bin ja kein Unmensch. Da darf sie ohne Spreizliegeschale schlafen, damit sie sich bewegen und auch mal auf die Seite oder den Bauch drehen kann. Sonst liegt sie ja wirklich immer nur auf dem Rücken. Und da sie in der Spreizliegeschale zudem festgeschnallt ist, kann ich sie sonst nicht schnell aus dem Bett heben, wenn es nachts über’s Babyphone schreit „Mama, ich muss kotzen!“

Ansonsten sind wir immer sehr konsequent. Da nehme ich lieber das nervige Gefissel mit den sieben Gurten in Kauf als eine erneute Verschlechterung der Hüfte.

Ich bin sehr sehr sehr sehr stolz auf sie, weil sie die Spreizliegeschale nach wie vor so gut toleriert. Nie kommen Fragen à la „Wieso muss nur ich darin schlafen und nicht mein Bruder oder meine Freunde?“ Sie hat ihre Hüftkrankheit komplett verstanden und akzeptiert. Sie weiß, dass sie in einem Punkt anders als die meisten.

Regelmäßige Röntgenkontrollen

Etwa alle halbe Jahre müssen wir zur Röntgenkontrolle nach Rummelsberg, bei denen meine Maus auch immer super mit macht. Die Ärzte loben sie ständig, weil sie so eine Brave ist. Auf den Gängen werden wir von den Ärzten mit Namen begrüßt, was einerseits schön vertraut und familiär ist, andererseits erschreckend. Daran sieht man, wie oft man schon dort im Krankenhaus „zu Gast“ war. Der Röntgenpass der Großen ist inzwischen fast voll. Ihre armen Eierstöcke, die schon so viele Röntgenstrahlen abbekommen haben…. Ich hoffe so sehr, dass das  keine Spätfolgen haben wird.

Mit 14 Monaten konnte sie wider aller Erwartungen alleine laufen, wenn auch immer mit starker Innenrotation der Füße.

Urlaube, Kindergartenstart, zweites Kind, normales Leben. 2 ½ Jahre lang. Alles lief prima bis zu diesem einen fiesen Kontrolltermin, an dem die Ärzte mal wieder eine Hiobsbotschaft für uns hatten. Zwei böse Worte. Das eine fängt mit Re… an, das andere mit Op…

1+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.