(5) Neue Diagnose: Hüftluxation – Die erste Operation

Home / Hüftdysplasie / Hüftluxation / (5) Neue Diagnose: Hüftluxation – Die erste Operation
2+

Bye bye Hüftdysplasie, hello Hüftluxation

Meist läuft es ja anders als man denkt. Wider Erwarten erklärte uns ein ratloser Professor nach Abnahme des Gipses und der Röntgenkontrolle, dass die Hüftdysplasie nicht nur schlimmer geworden, sondern sogar in eine Hüftluxation ausgeartet ist. Im Klartext bedeutete dies, dass der Oberschenkelknochen meiner Großen nicht mehr nur in einem zu flachen Winkel in der Hüftpfanne lag, sondern gar nicht mehr drin war. Wie das trotz Fettweisgips passieren konnte war unerklärlich.

Nach dem, was ich vom Pflegepersonal in Rummelsberg Monate später gelernt habe, vermute ich, dass es u.a. am falschen Halten unsererseits lag. Genauso wie der Arzt und auch die Fachkräfte vom Gipsraum griffen wir das Baby unter den Armen um es hochzuheben. Später (zu spät), im anderen Krankenhaus, wurde uns erklärt, dass man immer am Gips im Windelbereich mit anfassen und unterstützen sollte. So zieht das Gewicht des Gipses nicht so sehr nach unten.

Zu spät. Um eine Operation kamen wir nun nicht mehr herum. Bei der sog. offenen Reposition wird (einfach ausgedrückt) die Hüftpfanne „ausgeräumt und von Schleim gesäubert“, damit der Oberschenkelknochen mehr Platz hat und drin bleibt.

Der Tag der Operation

Der Moment, als wir unsere kleine Maus am OP-Eingang abgeben mussten, war schlimm. Uns war bewusst, dass wir dieses fröhliche, immer lachende Kind gesund und munter übergeben (man sah ihr ja nicht an, dass sie eine Krankheit hatte) und verkabelt und erneut eingegipst wieder bekommen würden.

Wir warteten in einem Elternzimmer auf der Kinderstation, bis ich drei Stunden später ein Baby weinen hörte. Ich wusste, dass es meines war, obwohl die ganze Station voller Babys war. Im Patientenzimmer wurden gerade sämtliche Kabel angeschlossen. Das erste, was ich sah, war diese dämliche Damenbinde, die sie ihr in den Gips gestopft hatten. Ich war kurz davor auszurasten. Wieso benutzten die keine Windel, verflixt nochmal? Ein Baby ist ständig am Pinkeln, der neue Gips wäre sofort wieder verunreinigt und am Stinken.

Ich nahm eine Windel, drängelte mich durch und machte den Gips urinsicher. Da merkte ich schon, dass die Station keine Erfahrung mit derartigen OPs und der Nachversorgung hatte. Und wir als Eltern müssten es dann Zuhause ausbaden, wenn der Gips von innen raus anfängt zu müffeln. „Zum Glück“ war das nicht unser erster Gips.

Krankenhausaufenthalt

Blöderweise war die Orthopädische Klinik nicht für Säuglingsanästhesie ausgestattet, weshalb die Operation in der örtlichen Kinderklinik durchgeführt wurde (leider nicht die, in der wir mit dem Noro Virus lagen, denn die war sehr gut). Hier in der Kinderklinik waren die Krankenschwestern wiederum nicht mit orthopädischen Fällen vertraut. Manche sahen ein derart eingegipstes Baby zum ersten Mal. Kein Wunder, wir lagen ja auch auf der Neugeborenenstation, wo hauptsächlich Frühchenbabys versorgt werden. Ich musste ihnen erklären, wie man am besten wickelt. Da ich ja bereits 6 Wochen Erfahrung damit hatte und inzwischen einige Tricks beherrschte, haben die dort einiges von mir gelernt. Völlig absurd.

Meine Große erholte sich sehr schnell von der Operation, nach einer Woche sollten wir nach Hause dürfen. Da erkannten wir das nächste Problem….

2+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.