Meine Große

Mit Tränen, die mir schon wieder die Wangen runter rennen, und erfüllt von noch sehr frischem Schmerz, muss ich diesen letzten Beitrag über meine süße Große beginnen. Ich denke, er wird sehr kurz…

Ich möchte mich vorab für alle Zuschriften, Kommentare, Fragen und Emails bedanken, die mich im Laufe der Jahre erreicht haben. Viele wollten wissen, wie es der Großen inzwischen geht. Die Hüfte war komplett ausgeheilt, was das angeht, hatte sie keine Probleme mehr außer der gebliebenen leichten Steifigkeit auf der operierten Seite. Die zweijährige Kontrolle beim Orthopäden wäre jetzt im Juli 2021 gewesen, doch vorher starb sie mit 7 Jahren.

Sie hatte seit eineinhalb Jahren systemisches Kinderrheuma (Morbus Still). Seit der Diagnose hat sich unser Leben mal wieder komplett geändert, wir waren unzählige Male und immer mehrere Wochen im Krankenhaus, um die richtigen Medikament zu finden, alles hat sich nur noch um Therapien, Spritzen alle paar Tage, Blutentnahmen und Linderung ihrer Gelenkschmerzen gedreht. Besonders das letzte halbe Jahr war geprägt von ihrer Erkrankung.

Leider hat sich vor kurzem eine Komplikation namens Makrophagenaktivierungssyndrom entwickelt, eine sehr seltene Krankheit, die unbehandelt eine hohe Sterberate hat. Da sie Symptome bei ihr nur latent waren und die Gabe des entsprechenden Medikaments bereits begonnen wurde, rollte ihr plötzlicher Tod vor genau einem Monat jedoch wie ein Tsunami über uns  hinweg. Seit Beginn der Pandemie taten wir alles, um sie vor Corona zu schützen, denn durch ihre rheumabedingte Immunsuppression hatten wir davor große Angst.

Am Ende verursachte eine Infektion die Sepsis, die wiederrum den tödlichen Schub das MAS auslöste. Und als hätte sie geahnt, dass irgendetwas bevor steht, hat sie mir noch den schönsten Muttertag bereitet, war fröhlich, schmerzfrei und ein Quell aus Leben. Sie tobte mit ihrem Bruder im Garten herum, was die Monate davor nicht möglich war. Am Tag darauf kam das Fieber, am nächsten Tag lag sie bereits im Koma. Die Details zu den folgenden zwei Tagen erspare ich Euch. Am 13. Mai hat sie sich für ein besseres Dasein ohne Schmerz und Einschränkungen entschieden. Ihr Herz blieb stehen und steht seitdem. 

Ihr Name war Eleah.

3 thoughts on “Meine Große

  • Christin Langhof

    Liebe Jessica,
    voller Elan und Dankbarkeit über Deine Seite habe ich hier gerade herumgestöbert und mir viele Ideen für die anstehende Pferdeparty meiner 8-jährigen Tochter übermorgen geholt und um kurzfristig noch etwas schönes auf die Beine zu stellen. Und somt stoße ich auch auf diesen Beitrag, der mich tief bewegt hat und mir die Tränen in die Augen treibt. Ich wünsche Dir Kraft für alles was kommt und die Möglichket all die guten und schönen Erinnerungen im Herzen aufzuheben. In tiefster Anteilnahme,
    Christin L

  • Mario

    Es ist bereits einige Zeit vergangen und ich kann immernoch keinen vernünftigen Beitrag verfassen.

    Fühl dich gedrückt…

  • Meine tiefe Anteilnahme 🙏 Als Mutter einer sechsjährigen fehlen mir da die Worte um etwas richtiges sagen zu können! Viel Kraft und vor allem neuen Lebensmut für alle die die kleine Eleah vermissen werden! Ich hoffe sie ist jetzt an einem besseren Ort ohne Schmerzen und schaut ganz Stolz auf ihre Mama runter!!! Liebe Grüße und zudem einen unbekannten Drücker! Nicole E

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