(21) Hüftoperation beim Kind – 10 Ideen gegen die Langeweile

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Langeweile....

… war unser größter Feind. Klar durfte die Große viel länger als im normalen Alltag fernsehen und am Tablet spielen. Da stehe ich dazu. Aber natürlich haben wir uns auch eine Menge anderer Dinge einfallen lassen, die die Langeweile vorübergehend vertreiben konnten.

10 Ideen gegen die Langeweile

  • Fußmemory: Rechts und links von der liegenden Großen habe ich aufgedeckte Memorykarten verteilt. Sie musste die Paare mit den Händen aufheben und zwischen ihre Zehen stecken. So hat sie spielerisch die Rumpf- und Beinmuskulatur gestärkt.
  • Tanzen: Von wegen, in einem Rollstuhl kann man nicht tanzen. Mit Mama, Papa und dem kleinen Bruder, der so sogar das Laufen gelernt hat, geht das wunderbar. Drehen, an den Händen halten und ganz laut mitsingen.
  • Kuscheln und mit dem Igelball massieren: Ganz wichtig für die Seele von Groß und Klein!
  • Nägel lackieren: Auch kranke Mäuschen dürfen hübsch aussehen
  • Basteln: Schneiden, Kleben und Malen geht auch im Liegen. Wir haben vom Hochstuhl das Essbrett abmontiert und ihr sowohl im Liegerollstuhl als auch auf der Couch auf die Beine gelegt. So hatte sie immer einen stabilen Untergrund.
  • Spazieren gehen: Frischluft tut gut, und auch wenn der Aufwand größer ist als gewohnt lohnt sich jeder kleine Tapetenwechsel.
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Wir waren sogar einmal auswärts essen, weil uns fast die Decke auf den Kopf fiel.
  • Countdown Kalender: Ich habe ihn schon mehrmals erwähnt, aber weil er bei der Großen wirklich sehr gut ankam tue ich das einfach noch mal. Jeden Tag ein Türchen öffnen und das neueste Pixi Buch ausführlich lesen. Die Sticker-Pixis sind dafür auch sehr gut geeignet.
  • Eine Party planen: Nach der langen Auszeit vom „normalen Leben“ durfte die Große ihren Kindergeburtstag nachfeiern. Eigentlich braucht es aber keinen Anlass, denn eine reine „Ich-bin-wieder-da-Party“ hätte sie auch bekommen. Zusammen haben wir nach Motto, Ideen und passenden Spielen gesucht, das hat ihr auch sehr viel Spaß gemacht. Sie entschied sich für eine Pferdeparty und hier könnt Ihr sogar alles darüber lesen. In dieser Phase ist auch die Idee entstanden, das aufwendige Planen und Vorbereiten professionell anzubieten und mich damit selbständig zu machen.
  • Freundebuch: Im Vorfeld hat die Große all ihre Kindergartenfreunde in ein Freundebuch schreiben lassen. Fast täglich hat sie es angeschaut und mir zu jedem Kind Geschichten erzählt.
  • Besuch, Besuch, Besuch: Wir hatten fast täglich Freunde und Familie da, die Kuchen mitgebracht haben. Ich war dankbar für jede noch so kleine Ablenkung von der Langeweile.

Und dann ging noch ganz viel Zeit für die tägliche Morgen- und Abendtoilette drauf und die Langeweile war wieder für eine kurze Zeit ausgeknipst.

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4 Comments

  • Kristina

    Hallo, ich habe mir gerade alles durchgelesen. Meine Tochter kam im Januar 2015 mit der Hüftdysplasie und einer luxierten Hüfte hier Welt. Dies wurde erst 3 Monate nach der Geburt festgestellt und sie bekam für 12 Wochen den fettweisgips . Danach folgten 9 Wochen tübinger Schiene. Danach 1 Jahr Stopp bis sie laufen konnte. Danach bekam sie die swash orthese die sie bis heute trägt. Bisher war es bei jeder Kontrolle so, das die Hüfte sich immer etwas weiter entwickelt hat, nie viel, aber man sah, das sich etwas tat. Gestern hatten wir dann wieder Kontrolle und wir hatten uns schon mit dem Gedanken „angefreundet“ das sie trotz allem operiert werden muss. Und so war es dann auch. Leider hat sich im letzten Jahr absolut gar nichts mehr getan und somit riet uns die Ärztin zur pfannendachplastik. Mein Mann und ich haben uns aber im Vorfeld darüber unterhalten, das wir es erst nächstes Jahr machen lassen möchten. Der hüftkopf ist gut durchblutet und sitzt im Moment gut drin. Der Gedanke, das sie 6 Wochen nur liegen kann..körperhygiene, schlafen…. wie soll das funktionieren? Sie ist eine absolute bauchschläferin… und Wasser lassen…. Sie ist seit letztes Jahr trocken und ich denke mir das sie es auch verweigern wird, in die Windel zu machen. Unsere Tochter leidet auch an einem trägen Darm. Wir geben ihr dagegen immer pflaumensaft und einen Apfel. Beides zusammen lässt sie immer sehr gut abführen. Naja, jedenfalls haben wir uns aus den Gründen dazu entschlossen es nächstes Jahr zu machen, damit wir uns vorbereiten können, und deine Seite hier hat mir schon viel geholfen mit dem Thema etwas besser umzugehen. Denn ich habe gestern und heute viele Tränen vergossen, und sie laufen mir selbst jetzt wieder über die Wangen. Ich habe Respekt davor, was auf uns zu kommt. Gerade weil ich keine Familie mehr habe, die uns unterstützen kann. Mein Mann und ich sind alleine mit allem. Wie geht es deiner Tochter heute? Wie war die Zeit nach dem gips bzw dieser offenen Schale? Konnte sie danach beide Beine wieder gut belasten? Wie lange hat die Reha gedauert?

    LG

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    • Hallo liebe Leidensgenossin!
      Es tut mir so leid, dass die konservative Behandlung bei Euch nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hat. Ich weiß genau, wie Ihr Euch fühlt 🙁 Ich denke, den richtigen Moment für eine derartige OP gibt es nicht, besonders, nachdem Eure Maus auch schon trocken ist. Meine Große hat sich ja auch erst geweigert in die Windel zu machen, aber irgendwann musste sie natürlich nachgeben. Nach den 6 Wochen hat sie sich tagsüber wieder sehr schnell auf’s normale Klogehen umgestellt, nur leider hat sie die Windel bis heute nachts beibehalten. Das haben wir danach nicht mehr in den Griff bekommen, was ärgerlich ist, denn vor der OP hat es schon gut geklappt.
      Ich weiß, ich bin mit meinen Beiträgen hinterher, das tut mir leid, aber meine Zwei halten mich gerade gut auf Trab. Nach dem langen Liegen in der Schale sind wir wieder zu „nur nachts“ übergewechselt, das kannte sie ja schon. Es hat ungefähr 2 Wochen gedauert, bis sie wieder selbständig laufen konnte. Reha war nicht notwendig, aber sie bekam ein Jahr lang Physiotherapie. Als letztes Jahr das Metall raus kam, haben wir eine extreme Verbesserung ihrer Beweglichkeit und des Laufens festgestellt. Sie tut sich zwar immer noch schwer beim Socken und Schuhe anziehen, aber sie kommt gut klar und weiß sich immer zu helfen. Im Sommer will sie mit Ballett anfangen 🙂
      Lass die Tränen laufen, solange es gut tut, Du bist trotzdem stark!
      Ganz liebe Grüße
      Jessica

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  • Yvonne

    Hallo!
    Erst mal möchte ich dir ein ganz großes Lob aussprechen, du hast so schön geschrieben, ich kann sehr mitfühlen, da wir gerade bzw. immer noch in einer ähnlichen Situation stecken. Mir kullerten beim Lesen die ein oder andere Träne über die Wange. Unsere Kinder sind so tapfer!!!
    Vielleicht magst du dich mal bei mir melden. Ich bin zur Zeit in der C’nopschen Kinderklinik in Nürnberg, die mit Rummelsberg zusammen arbeiten. Unsere Tochter wird bald acht Monate alt und hat gestern ihre Pfannendachplastik und Drähte bekommen. Vor sechs Wochen war die erste Operation, wo die offene reposition gemacht wurde. Aber leider die Hüfte, trotz sechs wöchigen Gips, luxierte. Jetzt hoffen wir so sehr das die zweite op mehr Erfolg zeigt.
    Es wäre schön zu erfahren wie es deiner Tochter jetzt geht… ich hoffe doch das wir alle mit dem Thema bald abschließen können!
    Ganz Liebe Grüße

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    • Hallo nach Nürnberg und danke für Deine Nachricht!
      Ihr seid in einer guten Klinik gelandet, zumindest habe ich bisher nur Positives gehört. Offensichtlich habt Ihr wirklich das gleiche Pech wie wir, denn Luxation trotz Reposition und während einer Gipsanlage ist einfach nur unfair und macht mich so traurig. Zum Glück hat Eure Tochter Eltern, die genauso stark sind wie sie selbst. Ich habe mir immer vor Augen gehalten, dass diese Hüftfehlbildung bzw. Reifestörung zumindest therapiert werden kann, auch wenn es vielleicht länger dauert als bei anderen. Meine Große hatte vor einem halben Jahr die letzte OP, bei der das Metall entfernt wurde. Seitdem hat sie (und eigentlich auch schon im Jahr davor) riesige Sprünge gemacht, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem sie in den Kampfsport reingeschnuppert hat, nimmt sie gerade Reitunterricht und will demnächst mit Ballett anfangen. Und auch wenn sie niemals eine Primaballerina werden kann, weil ihr dafür die Mobilität auf der mehrfach operierten Seite fehlt, hat sie Spaß am Tanzen. Und das zählt!
      Lass uns in Kontakt bleiben, ich möchte gerne wissen, welche Fortschritte Eure Kleine macht. Seid ihr aus der Nürnberger Region?
      Ganz liebe Grüße und weiterhin viel Optimismus
      Jessica

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