(22) Diagnose Hüftreluxation – Mobilisierung

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Das Ende der Liegephase

So ging unser nicht alltäglicher Alltag weiter, bis wir uns 6 Wochen nach der großen Operation wieder auf den Weg ins Krankenhaus machten. Die Mobilisierung stand nun an, und ich war eigentlich sehr optimistisch. Als Baby hat sie sich nach der monatelangen Fixierung im Gips schnell an die plötzliche Freiheit gewöhnt und ruck zuck Sitzen und Laufen gelernt.

Die Große war unheimlich aufgeregt und hatte schon Pläne, was sie im Krankenhaus alles machen wollte: Eine Ballettvorführung, das erste Mal mit ihrem Bruder um die Wette laufen, ihre Puppe spazieren fahren, und und und. Zuerst wurde wieder geröngt. Die Ärzte waren zufrieden und der Mobilisierung mit einem ersten Gehversuch stand nichts im Wege.

An dieser Stelle mache ich etwas, das ich bisher noch nicht getan habe. Ich stelle ein Video ein, denn nur so könnt Ihr Euch richtig vorstellen, wie schwer sich meine Große dann doch getan, als sie das erste Mal wieder auf ihren dünnen Beinchen stand.

Mobilisierung

Ich war total frustriert, weil ich naiverweise gedacht hatte, die Bewegungsübungen mit der Physiotherapeutin hätten mehr Wirkung gezeigt. Ich und mein gnadenloser Optimismus. Die Bein – und Rumpfmuskulatur hatte sich logischerweise stark zurück gebildet, und so musste meine Große das Laufen quasi erst wieder lernen.

Wir übten mehrmals am Tag, mit und ohne Physiotherapeut. Nach drei Tagen durften wir heim, meine Große noch mit Gehunterstützung, und nach einer Woche hat sie die ersten Schritte alleine gemacht. Das war genauso emotional wie bei den wirklichen ersten Schritten als sie 1 Jahr alt war. Alle waren natürlich stolz auf sie. Auch ihr Gesicht strahlte vor Stolz und Freude. 

Das war ein lang ersehnter Moment am Ende einer langen Reise. Klar, sie hatte noch eine Menge Metall im Bein, das im Jahr darauf in einer kleinen Operation entfernt werden musste, aber die großen Reparaturarbeiten waren nun endlich abgeschlossen. Die Röntgenbilder zeigten den erhofften Erfolg und wir konnten uns endlich wieder zurücklehnen, Kindergeburtstag feiern und in die Normalität zurückkehren.

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2 Comments

  • Britta

    Was für ein Marathon, den Ihr da bewältigt habt und immer noch bewältigt!! Als ich das Video gesehen habe, wurden meine Augen feucht. Es ist bewundernswert wie Ihr das alles gemeistert habt, auch wenn man das vielleicht gar nicht so gern hört, weil Ihr ja einfach keine andere Wahl hattet als mit der Situation als solcher umzugehen wie sie ist. Dieses ständige Bangen und Hoffen, dass sich hoffentlich diesmal etwas verbessert hat und es endlich besser wird, das ständige enttäuscht werden und Eurer so wichtiger Begleiter: der Optimismus! der so wichtig ist und war. Ich kann nur bedingt mitreden, da unser erst Sohn mit 5 Monaten Tübinger Schiene davongekommen ist und unser zweiter Sohn (3 Wochen alt) es, vermutlich mit noch einigen Wochen Tübinger Schiene auch überstanden haben wird. Dennoch fühle ich so sehr mit Euch mit und bewundere immer wieder wie stark unsere kleinen Großen mit einer solchen Situation und Behandlung umgehen. Wir können so viel von ihnen lernen!! Euch wünsche ich weiterhin das Allerbeste und hoffe, dass Eure Große und Ihr es bald überstanden haben werdet! Ganz liebe Grüße, Britta

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    • Liebe Britta! Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar und herzlichen Glückwunsch zum zweiten Kind! Ich hoffe, Ihr habt inzwischen die Schiene los und genießt das Familienchaos zu viert.
      Wir haben seit einiger Zeit keine schlechten Nachrichten mehr bekommen und führen inzwischen ein ganz normales Familienleben. Wie es aussieht, ist alles überstanden, und die kleinen Beeinträchtigungen, die meine Große als Erinnerung behalten hat, sind auch gut in den Alltag eingebaut. Kinder wissen sich gut zu helfen und können sehr erfinderisch werden, wenn eine Situation körperlich erstmal schwieriger erscheint als bei anderen Kindern.
      Ich wünsche Euch das Beste und schicke viele Grüße
      Jessica

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