(8) Diagnose Hüftreluxation – Zweitmeinung

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Zweitmeinung im Krankenhaus Rummelsberg

Unerwartet kurzfristig bekamen wir einen Termin zur Zweitmeinung in der Sprechstunde der Kinderorthopädie im Krankenhaus Rummelsberg. Nach erneuter (diesmal intensiverer) Internetrecherche fiel uns die Entscheidung für diese Klinik nicht schwer.

Nach einer kurzen Ultraschalluntersuchung durch einen Assistenzarzt wurden mal wieder der Ober- und der Chefarzt hinzu gerufen. Der Chefarzt, Prof. Dr. Strobl, und auch der Oberarzt Dr. Schuseil, waren uns sofort sympathisch und nahmen sich unendlich viel Zeit für uns. Sie erläuterten uns genau, was mit der Hüfte nicht stimmte und was ihr Therapieansatz wäre.

Sie erklärten, dass für sie eine Pfannendachplastik, so wie es das andere Krankenhaus machen würde, bei einem nicht mal einjährigen Kind nicht in Frage kommt. Aufgrund mangelnder Erfahrungswerte sind die Folgen während des Frühwachstums nicht abschätzbar. Mehr mussten sie gar nicht sagen, wir waren überzeugt.

Der Masterplan der Ärzte

Sie empfahlen eine „Reparatur“ der Hüfte in zwei Schritten, also in zwei Operationen. Im ersten Schritt sollte erneut eine offene Reposition durchgeführt werden, wobei der Knochen bis zur zweiten OP zusätzlich durch einen Draht in Position gehalten würde (Kirschnerdrahttransfixation). Nach sechs Wochen (natürlich mit Becken-Bein-Gips) würde dann der Oberschenkelknochen zersägt, eingeklappt und mit Schrauben fixiert werden (varisierende Femurosteotomie). Dann nochmal 6 Wochen Gips.

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Hier kann man auch als Laie ganz gut erkennen, dass das Pfannendach oberhalb vom Oberschenkelknochen links viel kürzer und steiler ist als rechts. Es ist nicht richtig ausgereift. Dadurch bleibt der Knochen nicht in der richtigen Position und rutscht wieder raus.

Immer optimistisch bleiben

Mir wurde schlecht. Aber welche Wahl hatten wir? Jetzt nochmal durch die Hölle gehen oder der Großen im Teenageralter ein künstliches Hüftgelenk, einen schiefen Gang und evtl. daraus resultierendes Gehänsel zumuten? 

So allmählich gerieten wir auch unter Zeitdruck. Für den bevorstehenden Sommer war unsere große Hochzeit und die Taufe der Großen geplant. Knapp 100 Gäste waren eingeladen, alles war gebucht. Wer konnte denn ahnen, dass sich das alles so lange hinzieht? Zu Beginn wurde die Hüftfehlstellung ja permanent runter gespielt.

Es war Frühling. Wenn endlich mal alles nach Plan lief, hatten wir noch genug Zeit. Man könnte meinen, wir hätten inzwischen aus Erfahrung gelernt, dass bei uns nie etwas nach Plan lief. Aber wir sind eben gnadenlose Optimisten.

Die Operation fand drei Tage später statt…

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