(11) Diagnose Hüftreluxation – vierte OP und letzter Countdown

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… und es ging auch nichts mehr schief, puh.

Die verschobene Operation

Drei Wochen später als ursprünglich geplant konnte der Eingriff durchgeführt werden. Diesmal dauerte es länger als nach allen OPs davor, bis sich meine Große erholt hatte. Man merkte, dass die Narkose länger angedauert hatte, dass generell mehr an ihrem Körper „manipuliert“ wurde und dass es inzwischen eben doch die vierte Vollnarkose in fünf Monaten war. Selbst ein Erwachsener steckt das nicht so einfach weg. 

Heißt es nicht eigentlich, dass es ein halbes Jahr dauert, bis die Narkosemittel aus dem Körper wieder raus gespült sind? Ich hab das nicht recherchiert, nur mal gehört, nagelt mich also bitte nicht auf diese Aussage fest. Auf jeden Fall hat sie dieses Mal viel mehr geweint und gejammert und musste mehr Schmerzmittel nehmen.

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Nach der Knochenumstellung (varisierende Femurosteotomie) wurde ein Metallwinkel verschraubt, um alles stabil zu halten. Das Metall wurde in einer weiteren Operation ein halbes Jahr später wieder entfernt.

Der letzte Countdown: Nur noch fünf Wochen

Der Krankenhausaufenthalt war trotzdem nicht länger als geplant. Als wir wieder daheim waren, sagte ich ständig zu mir „Nur noch fünf Wochen, nur noch fünf Wochen, nur noch fünf Wochen…“. 21 Wochen Gips unterm Strich haben wir geschafft, da sind fünf Wochen doch ein Klacks.

Trotz des riesigen Gipses lernte die Große sich zu drehen (da musste man immer aufpassen nicht vom Gips erschlagen zu werden) und wurde sogar mobil: Sie schob sich auf dem Bauch liegend rückwärts durch die ganze Wohnung. Es war faszinierend.

Was ich ja so richtig verflucht hatte war die Stabilisierungsstange zwischen ihren Füßen. Aus irgendeinem Grund war diese aber für den Gips, den die Große nach der letzten Operation bekommen hat, nicht mehr nötig. Und endlich konnte ich das machen, wonach sich jede Mutter ab einem gewissen Gewicht des Babys sehnt: das Baby auf die Hüfte setzen und die Arme entlasten. Selbst ohne Zusatzgewicht in Form eines Gipses werden die Kleinen irgendwann richtig schwer, wenn man sie stundenlang rumtragen muss, z.B. um das zahnende Baby zu beruhigen. Mit der Querstrebe war es vorher nicht möglich, die Große auf meiner Hüfte zu platzieren, und ich musste immer das ganze Gewicht mit den Händen und Armen halten. Das tat mit der Zeit so weh.

 Die letzten fünf Wochen waren zwar trotz der verbesserten Umstände kein Klacks, aber sie gingen rum. Und endlich durften wir uns zur finalen Gipsentfernung erneut stationär aufnehmen lassen.

Auf nimmer Wiedersehen, du blöder Gips

Diesmal wurde der Gips bei Bewusstsein entfernt, und das hat sie richtig toll gemacht. Kein Weinen, nur Neugier. Und nach 15 Wochen sah ich endlich die Beine meiner Tochter wieder und durfte sie berühren. Das war einer der schönsten Momente meines Lebens. Endlich konnte ich mein Baby wieder richtig an mich drücken, kein Gips, keine Holzstange zwischen uns. Und ich wollte sie gar nicht mehr los lassen. Wir hatten zusammengerechnet 6 ½  Monate Gips überstanden.

 

Bei der Entlassung zwei Tage später war sie auf den Tag genau zehn Monate alt. Zehn Monate purer Wahnsinn. Aber zumindest hatten wir es rechtzeitig bis zum Großen Tag geschafft – vorerst zumindest…

 

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