(17) Diagnose Hüftreluxation – Schmerzen nach der OP

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Nach der OP kam der selbst gebastelte Countdown-Kalender zum Einsatz - Jeden Tag ein Päckchen, 6 Wochen lang

Kunststoff statt Gips

Professor Dr. Strobl sprach noch im Aufwachraum mit uns. Die OP verlief viel besser als erwartet, es konnte alles wie geplant durchgeführt werden: Der Oberschenkelknochen wurde durchtrennt, nach innen geknickt und mit einer Metallplatte fixiert. Ein Stück des Knochens wurde in das Pfannendach eingearbeitet, damit es mit dem Hüftknochen verwächst und eine ausreichend lange Überdachung bildet (Pfannedachplastik).  Die Hüfte war nach der OP in einer perfekten Position. Um die starke Innenrotation der Füße beim Laufen zu korrigieren wurde außerdem der Oberschenkelknochen etwas nach außen gedreht. Die wichtige Kernaussage: Der Professor war sehr zufrieden mit dem Ergebnis, weshalb sich das Operationsteam auch für Schale statt Gips entschieden hatte.

Der entscheidende Vorteil der Schale gegenüber Gips war, dass sich die Große nach drei Wochen bis zu 60 Grad aufrichten durfte. Das wäre im Gips nicht möglich gewesen. Mir fiel ein Stein vom Herzen.

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Metallimplantate

Schmerzen

Als meine Große aufwachte, hatte sie zwar Schmerzen, war aber sehr tapfer und trank und aß. Deshalb musste sie auch nicht wie geplant die erste Nacht auf der Intensivstation verbringen, sondern durfte am Abend zurück in ihr Zimmer.

In der Nacht zeigten sich dann die ersten Probleme: Sie musste auf’s Klo, was natürlich nicht möglich war. Ich habe sie im Vorfeld zwar intensiv darauf vorbereitet, dass sie in der nächsten Zeit wieder in die Windel machen müsste, obwohl sie schon so eine Große ist, und da war sie auch sehr verständnisvoll, aber in der Praxis sah es jetzt ganz anders aus. Sie weigerte sich einfach. Nein, sie will auf’s Klo. Nein, sie macht nicht in die Windel. Wir wollten es mit einer Bettpfanne versuchen und hoben sie zu dritt aus der Schale raus. Zwei Pflegerinnen nahmen sie links und rechts und hielten dabei die Beine und das Becken in Position, ich schob die Pfanne drunter. Nichts. Sie brüllte wie am Spieß vor Schmerzen und verkniff sich weiterhin das Wasserlassen.

Letztendlich knickte sie ein und ließ es doch in die Windel laufen. Zum Säubern und Wechseln musste sie wieder aus der Schale raus gehoben werden. Wieder Schmerzensschreie und schwitzende Krankenschwestern, die meine Große vorsichtig hochhalten mussten, bis ich die Windel in der Schale gewechselt hatte. Wie, bitte schön, sollte das jemals daheim funktionieren? Auch für das Pflegepersonal war die Situation neu, da die meisten kleinen Patienten nach einer derartigen OP im Liegemodul gelagert werden. Die wenigsten haben das „Glück“, bereits eine Spreizliegeschale daheim zu haben.

Routine bei der täglichen Pflege

Aber es wurde besser von Tag zu Tag. Bald konnten wir sie raus nehmen und mit einem Keilkissen zwischen den Beinen auf‘s Bett legen, sogar auf dem Bauch liegend war das gut möglich und dadurch entlastend für den Rücken. Nach ein paar Tagen konnte ich die komplette Pflege, also Wickeln und Waschen, selber übernehmen. Ich habe schnell eine Routine entwickelt:
Von der gesunden Seite aus raus nehmen, die Beine auf den Arm legen und mit der Hand das Becken stützen. Der andere Arm war unter ihrem Rücken. Und Drehen war über die gesunde Seite möglich, indem ich das operierte Bein im Abspreizwinkel hielt.

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Stundenlanges Vorlesen, bis die Stimme weg ist
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Bauchlage, um den Rücken zu entlasten. Wichtig dabei: Beine immer in Spreizposition halten!

Und dann erhielten wir noch eine gute Nachricht: Die Große sollte einen Liegerollstuhl für die nächsten sechs Wochen bekommen. Damit könnten wir dann zumindest das Haus verlassen, was mehr war, als wir uns erhofft hatten. Wir – und besonders die Große – freuten uns wie verrückt.

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