(20) Diagnose Hüftreluxation – Liegen, Windel, Nebenwirkungen

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Zurück zur Windel

Was für mich unvorstellbar ist, war für meine Große eigentlich nicht das Schlimmste: 6 Wochen breitbeinig liegen. Die Position und die Spreizliegeschale kannte sie zumindest von den Nächten während der letzten Jahre. Was sich aber als riesiges Problem herausstellte war die Scham, wieder in die Windel machen zu müssen. Das kann ein 4-jähriges Kind nur schwer verstehen. Also hielt sie zurück, tagelang. Dazu fehlte die Bewegung und essen konnte sie nur im Liegen.

Wenn die Bauchschmerzen zu schlimm wurden, gab ich ihr ein Abführmittel. Dann kam eine Mehrtagesration in Form, Größe und Konsistenz eines Tennisballs raus, aber erst nach 30- bis 60-minütiger Quälerei und Geschrei. Sie tat mir unendlich leid. Während der ganzen Zeit kniete ich über ihr und massierte den Bauch, hielt ihre Hand, redete ihr gut zu. Ich schimpfte auch mit ihr und schrie sie an, wenn ich nicht mehr weiter wusste. Ich wollte ihr helfen, konnte es aber nicht.

Trick beim Windel wechseln

In der Folgezeit machte ich mich unbeliebt durch Streichung der geschenkten Süßigkeiten, von denen sie inzwischen einen ganzen Schrank voll hatte, die aber nicht gerade zur Lösung des Problems beitrugen. Ich bewegte ihre Beine so oft wie möglich innerhalb der erlaubten Winkel und hoffte, dadurch die Darmaktivität anzuregen. Nichts. Milch, Äpfel, alles was weich macht. Nichts. Ihr Kopf sagte „Nein, das tut weh, also mach ich nicht“.

Den einzigen Vorteil, den der seltene Stuhlgang mit sich brachte, war der schnelle und einfache Windelwechsel nach dem kleinen Geschäft. Ich legte immer zwei extralange und saugstarke Damenbinden in die Windel, die meistens alles aufnahmen. Ich konnte sie in der Schale liegen lassen, die  obere vollgesaugte Binde rausziehen und die zweite für das nächste Geschäft drin lassen. So musste sie nur bei jedem zweiten Mal durch die komplette Wechselprozedur.

Etwas entspannter war es gegen Ende der 6 Wochen, als sich die Große bis 60 Grad aufrichten durfte. Da habe ich sie dann zum Klo getragen und breitbeinig falsch rum drauf gesetzt und gestützt.

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Unser Alltag auf der Couch
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6 Wochen ohne Haarewaschen

Wer sich fragt, wie ich meiner Großen die krausigen Locken während dieser sechs Wochen gewaschen habe… Gar nicht. Ich hatte zwar Trockenshampoo da, aber das hat nicht wirklich funktioniert. Wider Erwarten haben die Haare am Ende aber kaum gestunken. Ich hatte sie ihr permanent hochgebunden und regelmäßig gekämmt, was – in unserem Fall – ausreichend war. Für den Notfall hätte ich ein kleines Planschbecken auf die Couch gestellt und ihr darüber die Haare notdürftig gewaschen. Die restliche Körperhygiene dauerte allmorgendlich ca. 1 Stunde, während der ich über sie gebeugt war. Mein Rücken hat danach immer ganz laut Aua geschrien, auch noch die Monate danach.

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