(19) Diagnose Hüftreluxation – Geburtstag im Liegerollstuhl

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4+

Die Familie wieder vereint

Am nächsten Tag konnte ich endlich meinen Kleinen wieder in die Arme schließen. Als meine Schwester ihn brachte wollte ich ihn gar nicht mehr hergeben. Sie und meine Nichte blieben noch eine Woche, um mich bei allem zu unterstützen und vor allem, um mit der Großen ihren 4. Geburtstag zu feiern. 

Gerade weil die Situation für alle sehr emotional und belastend war, wollte ich trotz allen Stresses eine möglichst normale Geburtstagsfeier mit Familie und engen Freunden für mein tapferes Mädchen haben. Unser Glück war, dass die Große abends so k.o. war, dass wir das gewohnte Abendritual mit Waschen und Vorlesen im Wohnzimmer durchziehen und sie dann direkt ins Land der Träume schicken konnten. Egal, was dann noch um sie herum geschah – ob Abendessen der Erwachsenen mit normaler Sprechlautstärke am Esstisch direkt neben ihr, Putzen und Aufräumen oder eben sogar Geburtstagskuchen backen und mit Luftballons den Raum dekorieren – sie bekam rein gar nichts mit.  

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Solidarisch lag die Cousine beim Fernsehen auch breitbeinig und gestützt da

Ein außergewönlicher Geburtstag

Und so kam es, dass meine Große an ihrem 4. Geburtstag durchs Wohnzimmer rollte, dabei ihren Baby-Bruder zwischen den gespreizten Beinen sitzen hatte, zu Chuchuwa tanzte und bei „Heut is so a schöner Tag“ lachend laut mitgrölte. Es war einfach so absurd, so unpassend, aber gerade deshalb so schön. Diesen Geburtstag wird garantiert niemand von uns je vergessen.

Und spätestens als dann noch Überraschungsgäste mit einer selbstgebackenen Elsa-Torte vor der Tür standen war der Tag für die Große perfekt. Wir konnten alle Schwierigkeiten mal für ein paar Stunden ausblenden, die kleinen Windelwechsel-Dramen dazwischen konnte man ignorieren und überhaupt ist alles doch gar nicht so schlimm, wenn Freunde und Familie für einen da sind.

Mein Herz voller Liebe

Fix und fertig legte ich mich nach dem großen Aufräumen nachts neben sie auf die Couch und starrte sie einfach nur an. Nie im Leben hätte ich 3 Jahre zuvor gedacht, dass diese Hüftgeschichte nach so langer Zeit immer noch nicht zu Ende erzählt sein würde. Und ich war und bin unheimlich stolz auf meine Große, wie sie immer alles wegsteckt und trotz allem fröhlich bleibt. Ich beneide sie sehr darum. Trotzdem waren die Wochen danach kein Pappenstiel – für keinen von uns….

4+

4 Comments

  • Christin

    Hallo Jessica, auch ich bin zufällig auf deine Seite gestoßen und mir kamen die Tränen beim Lesen deiner Geschichte. Aktuell befinde ich mich mit meiner 3 Monate alten Tochter im Hospital und sie liegt in der Längsextension. Wir hoffen so sehr, dass wir damit Erfolg haben werden, denn die Pavlik-Bandage hat leider, nach 3 monatigen 24h/d tragen, keinen Erfolg gebracht, nicht mal eine Verbesserung. Unser Orthopäde redet auch von einem hartnäckigen Fall. Denn sie hat es sich ebenfalls sehr bequem in der Beckenendlage gemacht und der Schaden ist nun eine beidseiteige 4’er Hüfte. Ich konnte dich so verstehen, als du geschrieben hast, wie schön es war, deine Tochter in den Armen zu halten, ohne irgendetwas zwischen euch.

    Liebe Grüße von einer Hüft-Mama

    1+
    • Liebe Christin,
      es tut mir von Herzen leid für Euch, dass Ihr gerade mittendrin steckt in dieser fiesen Situation, obwohl doch gerade die ersten Monate mit Baby zum Genießen da sein sollten. Eine Extensionsbehandlung wäre für mich der absolute Horror gewesen.
      Bevor meine Große kam, habe ich noch nie etwas von einem derartigen Hüftleiden bei Babies gehört, umso mehr erstaunt es mich, dass z.B. die Parallele „konsequente Beckenendlage“ häufiger zu einer Dysplasie/ Luxation führt, als man denkt.
      Ich drücke Euch beide Daumen und hoffe, dass der Klinikaufenthalt am Ende nicht umsonst war und die Hüfte endlich eine Besserung zeigt. Halte mich gerne auf dem Laufenden.
      Herzliche Grüße
      Jessica

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  • Katharina

    Hallo Jessica, ich bin durch Zufall auf dein instagram Profil gestoßen… Meine Tochter bekam mit 6 Wochen die Diagnose Hüftluxation (bei der U2 hieß es, die Hüfte sei gut, nun ja…). Wir ließen sie mit Overhead Extensions (3,5 Wochen), anschließendem Fettweißgips (3 Wochen), Pavlik Bandage (nochmal 3 Wochen) und dann Spreizwindel behandeln. Bereits nach Abnahme des Gipses hatte unsere Tochter eine Hüft Typ Graf Ia. Wenn ich deine Tochter so sehe und eure Geschichte (nach)lese, tut ihr mir so leid! Ich kann das alles so nachvollziehen und möchte gar nicht wissen, wie es für so ein großes Mädchen ist, wenn man sich nicht bewegen kann!
    Liebe Grüße von einer weiteren Luxations-Mama!
    Katharina

    1+
    • Vielen Dank, liebe Katharina, für Deine Familiengeschichte! Es ist so schön zu lesen, dass so eine doofe Luxation auch mal ohne Operation korrigiert werden konnte. Trotzdem seid auch Ihr als junge Eltern voll ins kalte Wasser gestoßen worden und und Eure Herzen mussten viel ertragen.
      Danke für’s Lesen, ich weiß das sehr zu schätzen.
      Ganz herzliche Grüße von der Luxations-Mama 🙂 Jessica

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