(9) Diagnose Hüftreluxation – Die zweite Operation

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Das "neue" Krankenhaus

Es war eigentlich gar nicht so schlecht, dass wir ab der Entscheidung nur drei Tage Vorbereitungszeit bis zur Operation im Krankenhaus Rummelsberg hatten. Weniger Nachdenken, nur funktionieren und schnell alles regeln.

Im Vergleich zum vorherigen Krankenhaus lief die Aufnahme auf die kinderorthopädische Station hier super. Alle lieb, verständnisvoll, jeder hat sich Zeit genommen. Wir bekamen ein Mutter-Kind-Zimmer und ich ein richtiges Krankenhausbett, nicht wie vorher eine Pritsche für die Mama. Das sind Kleinigkeiten, die aus meiner Sicht jedoch sehr viel ausmachen. Die Eltern sind zwar nicht krank, müssen aber für ihr Kind auch sehr stark sein und unglaublich viele Abstriche machen. Oft über Monate. Da ist ein „gesunder“ Schlaf auf einer richtigen Matratze sehr viel wert.

Die Operation

Bei der Übergabe unserer Großen am nächsten Tag am Eingang zum OP-Bereich war mir das Krankenhaus allerdings egal, das tut im Herzen überall gleich weh. Nichtsdestotrotz sind die Tränen diesmal schneller versiegt, wir hatten einfach ein besseres Gefühl. Nach drei Stunden wurden wir in den Aufwachraum gerufen und durften sofort an der Seite unserer Großen warten, bis sie aufwacht.

Als ich den Gips sah, war ich trotzdem erstmal geschockt. „What the f…?!“ Da war plötzlich eine Stange zur Stabilisierung, die von Fuß zu Fuß angebracht war. Das kannten wir bisher noch nicht. Gleich gingen meine Gedanken wieder los: „Wie soll ich sie damit halten? Dann ist sie ja noch schwerer! Jetzt kann ich ihr gar nichts mehr über den Gips anziehen!“

Aber egal, denn was mir unmittelbar danach auffiel war die Qualität des Gipses. Dieser war viel besser gearbeitet, stabiler, innendrin richtig gepolstert. Und am wichtigsten: Die Aussparung im Windelbereich war viel größer. Und sie war bereits gewickelt, und zwar richtig. Das hob meine Stimmung sofort, auch wenn der Anblick eines frisch operierten Babys eigentlich andere Reaktionen hervorrufen sollte. Aber nein, in diesem Moment war ich sogar glücklich.

Professor Strobl sprach noch im Aufwachraum mit uns. Alles lief bestens, die Hüfte konnte sehr gut eingerenkt und der Draht, der die Hüfte stabil halten sollte, gut eingesetzt werden.

Auf der kinderorthopädischen Station

In den darauf folgenden sechs Tagen wies mich das Pflegepersonal genau in die Handhabung des Gipses und die besten Pflegemethoden ein. Ich sah beim Wickeln erst nur zu, übernahm dann unter Anleitung und erst als ich sicher war, wurde ich uns selbst überlassen. Bei all dem Positiven, das ich in Rummelsberg erlebt habe, kann ich über das eher weniger gute Essen und die fehlende Toilette im Zimmer hinweg schauen. Medizinische Versorgung und die Qualität der Pflege ist das einzige was zählt. 

Mit einem guten Gefühl fuhren wir eine knappe Woche nach der Operation nach Hause. Der zweite Teil der operativen Behandlung war auf sechs Wochen später angesetzt.

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