(16) Diagnose Hüftreluxation – Die große Operation

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Nach der abgesagten Operation

Es war nicht ungewöhnlich, dass ich das Krankenhaus verheult verlies. Aber es war das erste Mal, dass der Grund für meine Tränen der war, dass die Ärzte mal nichts machten. Den Tag verbrachten wir spontan im nahe gelegenen Freizeitpark, um uns ein bisschen abzulenken.

Was nun? Zwei Tage später ging die Große wieder in den Kindergarten, ich hatte alles wieder aufgeräumt und einen neuen OP-Termin für den Spätsommer vereinbart. Und dann hatten wir die Idee, Papas eingetragenen Urlaub zu nutzen und wegzufliegen, und so landeten wir 10 Tage später in Griechenland. Ich muss sagen, das hatten wir auch dringend nötig und es war die beste Alternative, die ich mir hätte vorstellen können. Energiegeladen genossen wir den Sommer 2017, unterbrochen von einem kurzen Krankenhausaufenthalt, zur Abwechslung mal mit dem Kleinen, den ein fieser Darmvirus erwischt hatte. Dann starteten wir erneut mit den Vorbereitungen.

Trennung von unserem Kleinen

Ich hatte allerdings eine Planänderung mit eingebaut. Der Kleine mampfte inzwischen fleißig bei den Erwachsenen mit und brauchte weder Mamas Brust noch Fläschchen. Also entschied ich schweren Herzens, ihn für die zwei Wochen des Krankenhausaufenthaltes bei meiner Schwester unterzubringen, 2 ½ Stunden entfernt. Ich wusste, ihm würde es dort gefallen und seine Cousine würde ihn außerdem gut beschäftigen.

Gesagt getan, der Kleine startete gut gelaunt zum zweiten Mal im Jahr in den Urlaub und bei mir flossen die Tränen, als das Auto mit meinem kleinen Baby weg fuhr. Aber es war für alle das Beste, das bestätigte sich dann auch schnell.

Die sechste und bisher größte Operation

Diesmal lief alles glatt. Die Große war gesund, wir machten es uns zu zweit so gut es ging gemütlich im Krankenzimmer und warteten den großen Tag ab.

Eine Überraschung gab es allerdings noch. Beim Aufnahmegespräch erfuhren wir, dass die Möglichkeit bestünde, statt des Gipses die Spreizliegeschale für die Lagerung zu nutzen. Die war die Große sowieso schon gewohnt war. Das wollten die Ärzte je nach Erfolg der Operation im Operationssaal entscheiden.

Die OP-Vorbereitung lief genauso ab wie schon einige Woche zuvor, nur dass die Große diesmal auch wirklich abgeholt und in den OP-Saal geschoben wurde. Die Wartezeit nutzen wir für ein Gespräch mit dem Sozialen Dienst und wurden aufgeklärt über die Beantragung einen Schwerbehindertenausweises und Reha-Maßnahmen. Das war zum einen eine gute Ablenkung mit wertvollen Tipps, zum anderen aber auch ein sehr emotionales, einfühlsames Gespräch, das meiner Seele sehr gut getan hat.

Nach vier Stunden kam der Anruf aus dem Aufwachraum, ich könne zu meiner Tochter. Ich flitze rüber, sie schlief noch. Ein Blick unter die Bettdecke und mir wurde leichter ums Herz. Kein Gips, nur die Spreizliegeschale, die wir von Zuhause mitgebracht hatten. Das änderte wieder alles, aber diesmal im positiven Sinne…

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2 Comments

  • Isabella

    Hallo,

    Ich möchte dir einmal ein großes DANKE sagen! Für deine Offenheit, deine Ehrlichkeit, und für überhaupt alles. Dein Blog gab mir von Anfang an Kraft und, obwohl es komisch klingt, beruhigte mich. Und das, obwohl ihr jedes Horrorszenario erlebt habt das man sich nur vorstellen kann. Mein meinem Sohn wurde eine hüftluxation festgestellt. Die Zügel die er die ersten Wochen tragen musste beachten sich nichts. Darauf hin durften wir ein Monat stationär im Krankenhaus in der Overhead Extension verbringen. Und als auch das keinen Erfolg brachte wurde er dann doch operiert. Momentan trägt er auch einen hübschen Fettweiß Gips. Mittlerweile haben wir uns ganz gut daran gewöhnt und das Ende ist absehbar. Die Ärztin war mit der Entwicklung beim Gipswechsel auch guter Dinge, so dass wir uns hoffentlich eine weitere op ersparen. Soviel zu meiner Geschichte, die ja wirklich harmlos klingt im Vergleich zu dem, was ihr durchmachen musstet.

    Ich wünsche dir viel Kraft für die weitere Zeit, und möchteich nochmals bedanken dass du mir mit deiner Geschichte mit gemacht hast, so dass ich alles ganz gut überstehen konnte!

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    • Vielen herzlichen Dank, liebe Isabella, für Dein Feedback und Deine Familiengeschichte. Ich habe größten Respekt vor allen Familien, die eine Zeit mit der Overhead Extension durchstehen müssen. Das war immer meine allergrößte Angst am Anfang. Ich stelle mir eine Fettweisgips-Phase weniger schwierig vor. Zum Glück wurde uns die Extension erspart.
      Ich freue mich für Euch, dass das Ende in Sicht ist und drücke ganz fest die Daumen, dass Ihr bald einen normalen Familienalltag leben und den Restsommer genießen könnt. Wir sind in 1 1/2 Wochen wieder im Krankenhaus für eine kleine OP und stürzen uns danach auch in die Ferien.
      Ganz liebe Grüße und vielen Dank für’s Lesen und Dein Interesse an unserer Geschichte,
      Jessica

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