(18) Diagnose Hüftreluxation – Der Rollstuhl

Home / Hüftdysplasie / Hüftluxation / (18) Diagnose Hüftreluxation – Der Rollstuhl
1+

Krankenhausalltag

Die Heilung verlief sehr gut, die Drainagen wurden nach zwei Tagen gezogen, mit Physiotherapie konnten wir schon ganz sachte am 3. Tag beginnen. Ich war richtig baff, wie das operierte Bein bewegt werden durfte, solange der Abspreizwinkel beibehalten wurde. Dreimal pro Tag trainierte ich im Bett mit ihr, den Rest des Tages las ich vor, bis ich keine Stimme mehr hatte oder ließ sie am Tablet spielen. Und dann kam natürlich noch viel Besuch, und der brachte immer ein kleines Geschenk mit. Die Große gewöhnte sich so schnell an diese Sonderstellung, dass sie nach neun Tagen bei einem Wiederholungsbesuch von Oma und Opa fragte: „Habt ihr gar kein Geschenk für mich dabei?“ Kleines Biest.

Jeden Tag hatten wir einen Videochat mit unserem kleinen Lauser, der oft gar keine Zeit für uns hatte vor lauter Spielen und verwöhnt werden. Es war die absolut richtige Entscheidung, diesmal ohne ihn ins Krankenhaus zu gehen. Ich hätte mich unmöglich um beide Kinder kümmern können.

Rollstuhl mit Liegeposition

Und nach einer Woche kam der Rollstuhl, gerade rechtzeitig, denn allmählich bekam die Große einen Lagerkoller. Sie hat sich riesig darüber gefreut und sofort gewusst, wie man damit fährt und lenkt. Das hatte sie sich die Tage zuvor bei dem kleinen Mädchen abgeschaut, das bei uns im Zimmer lag und  immer im Rollstuhl sitzen muss. Jetzt konnten wir spazieren gehen und die Spätsommersonne genießen und konnten die Vorlesestunden nach draußen verlagern. Den halben Tag flitzte sie die Station auf und ab und hatte richtig viel Spaß. Im Zimmer hielt sie kaum noch was.

Früher als gedacht, nach bereits 11 Tagen, wurden wir nach Hause entlassen, eine Woche vor ihrem 4. Geburtstag.

Da die Fahrt im eigenen Auto nicht möglich war wurde ein Liegendtransport organisiert. Böse Erinnerungen wurden hervorgerufen, denn Jahre zuvor im Babyalter ging dabei ja Einiges schief (Flashback). Zum Glück lief diesmal alles glatt, die Große schlief fast die ganze Heimfahrt über und ich musste mir keine Sorgen machen über plötzliche Spuckattacken (Übelkeit im Auto ist bei ihr leider sehr ausgeprägt). Der neue Rollstuhl wurde natürlich mittransportiert.

Start in ein neues Abenteuer

Zuhause wurden wir von Papa und den Nachbarn herzlich empfangen. Im Haus war schon alles aus dem Weg geräumt , woran der Rollstuhl hätte hängen bleiben können. Die Couch war ausgezogen, Handtücher und Waschutensilien, Windeln, Bettzeug, Spielsachen und Bücher waren vorübergehend in Griffweite daneben. Ich war gespannt, ob meine Vorbereitungen nun alle Sinn ergeben würden.

Und so starteten wir unser gut 4-wöchiges Abenteuer in den eigenen vier Wänden bei einem Abendessen zu dritt im Wohnzimmer, Mama und Papa auf dem Boden sitzend, die Große im Rollstuhl liegend daneben.

Hüftluxation, Rollstuhl, Dysplasie, Luxation, Baby, Kind, Osteotomie, Spreizanlage, Liegerollstuhl, Operation, Hüfte, Gips
1+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.