(7) Diagnose Hüftreluxation – Bildung einer Neopfanne

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Nach sechs Wochen hatten wir das gleiche Spielchen wie immer: Gips ab, Röntgen, verzweifeltes Professorengesicht. Der Arzt war noch nicht zufrieden mit dem Ergebnis, die Operation hätte eigentlich mehr bewirken sollen. Er verordnete erneut die Tübinger Schiene, es ging also alles wieder von vorne los.

Hüftreluxation

Nach wiederum 2 Wochen dann der nächste Rückschlag: Hüftreluxation. RE! Der Knochen ist WIEDER aus der Hüfte rausgesprungen und hat noch dazu angefangen, durch den Druck eine zweite Hüftpfanne zu formen, eine sog. Neopfanne. Der Arzt war jetzt nicht mehr nur ratlos, sondern schon hilflos. Er sagte, dass er das so noch nicht erlebt hat und eigentlich nur die Möglichkeit einer zweiten Operation bleibt. Diesmal wollte er allerdings gleich ein künstliches Pfannendach (aus einem Schweineknochen, der dann mit wächst) mit einbauen. Aber wirklich überzeugt hat er nicht gewirkt. 

Mein Vater war bei der Untersuchung dabei, und er meinte danach, er hat noch nie so einen unsicheren Arzt erlebt. Kein Wunder also, dass er uns förmlich darum bat, eine Zweitmeinung einzuholen. Unausgesprochen blieb, dass er mit diesem Fall überfordert war, aber man konnte es aus seinem Gesicht ablesen.

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Die Zweitmeinung hätte er uns nicht extra anraten müssen, denn unser ohnehin schon bröckelndes Vertrauen war nun komplett zerstört. Nach einem halben Jahr intensiver Therapie, konservativ (durch Spreizschienenanlage und Becken-Bein-Gips) und operativ, war die Hüfte schlimmer als je zuvor. 

Und nun will ich nochmal explizit betonen, dass meine Große trotz der Strapazen, die sie in ihrem kurzen Leben schon in Kauf nehmen musste, ein strahlender Sonnenschein war (und immer noch ist). Selten am Schreien, viel am Lachen… außer der Hüftanomalie entwickelte sie sich prächtig. Ich finde es wichtig, ein Kind nicht auf sein Leiden zu reduzieren, sondern das gesunde Wesen außenrum zu genießen. Und das taten wir! Wir wollten so normal leben wie es die Umstände zuließen. Ganz oft wurde uns gesagt, dass wir das alles so wunderbar meistern und so stark sind. Die Stärke hat uns die Große gegeben.

Und dann endlich fanden wir den Weg zu kompetenten, einfühlsamen Ärzten, die uns zwar auch  nichts Positiveres erzählen konnten, aber wenigstens endlich mal Klartext redeten…

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