(2) Diagnose Hüftdysplasie – Tübinger Schiene

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Horrorszenario beim Hüftscreening

Der untersuchende Assistenzarzt rief die Stationsärztin, diese nach kurzer Überprüfung den Oberarzt, der nach einigen Minuten dann noch den Chefarzt holte. Niemand redete mit mir, ich saß heulend in der Ecke und beobachtete, wie mein schreiendes Baby von zig Doktoren geschallt wurde. Diskussionen, Geflüster, Ratlosigkeit. Als mich dann endlich jemand bemerkte, erzählte man mir, dass die linke Hüfte meiner Tochter nicht sehr gut aussähe. Ich sollte sofort einen Termin in der Kinderarztpraxis machen, um eine Therapie zu beginnen. Das war’s. Keine weiteren Erklärungen. 

Ich war total aufgelöst und mit der Situation völlig überfordert. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie etwas von Reifungsstörungen der Hüfte, Einstufungstypen nach Graf, Tübinger Schiene oder generell Kinderhüftdysplasie gehört.

Seitdem haben wir sehr viel dazu gelernt, z.B. dass bei einem Hüfttyp IV nach Graf, den meine Große hatte und was ich dann erst im U-Heft nachlas, sofort in eine Orthopädische Klinik hätte über- bzw. sogar eingewiesen werden müssen. Stattdessen schlich ich mich verheult zur Station zurück und fiel meinem Mann, der zwischenzeitlich gekommen war, in die Arme. Ich konnte ihm nicht mal wirklich erzählen, was da eigentlich gerade passiert war, denn ich wurde ja nicht richtig aufgeklärt.

Noch am gleichen Tag vereinbarte ich einen Termin beim Kinderarzt. Die Krankenschwestern zeigten mir verschiedene Methoden des Breitwickelns und wir wurden zwei Tage später entlassen.

Vorstellung beim Kinderarzt

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Tübringer Schiene

Eine Woche nach der Entbindung hatten wir den Termin in der Kinderarztpraxis, wo erneut ein Ultraschall durchgeführt wurde. Leider keine Besserung des Winkels. Meine Große bekam eine Tübinger Schiene angepasst (eigentlich gängig bei geringeren Schweregraden), wodurch die notwendige Abspreizung der Beine und die Nachreifung des viel zu flachen Hüftpfannendaches in der richtigen Position erfolgen sollte. Genau genommen war sie aber viel zu klein dafür, die Beinchen rutschten ständig raus und der Effekt war gleich Null – was sich dann auch bestätigte.

Noro Virus

Zu allem Überfluss landete ich mit meinem Pechvögelchen ein paar Tage später in der Kinderklinik. Sie war urplötzlich auf 2200g abgemagert (bei Geburt war sie schon nur ein Federgewicht mit 2560g bei einer Größe von 47cm). Sie trank nicht, hatte extremen Durchfall und bedingt dadurch schon einen blutigen Po. Und sie war völlig weggetreten. Da war sie 11 Tage alt.
Also fuhren wir nachts in die Notaufnahme, wo sie Infusionen erhielt und in ein Wärmebett gelegt wurde. Sie hatte sich – wie auch immer – den Noro Virus eingefangen, der bei einem so kleinen Baby schnell sehr böse enden kann.

Die Ärzte meinten, die Entscheidung, sofort ins Krankenhaus zu fahren, hat sie gerettet.

Um die Wunden an ihrem Po zu heilen, ließen wir die darauf folgenden Tage die Windeln weg. Und natürlich auch die Tübinger Schiene, d.h. die Breitstellung der Beine wurde eine knappe Woche vernachlässigt.

Damals tat mir der Anblick meines sehr kleinen Mädchens im Herzen unbeschreiblich weh. An den Anblick von Schläuchen in Kopf und Armen und weiterem Kabelwust im Krankenbett sollte ich mich aber bald gewöhnt haben…

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