(3) Diagnose Hüftdysplasie – Kinderorthopädie

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Überweisung zur Kinderorthopädie

Nach der Entlassung aus der Kinderklinik gingen wir noch weitere drei Wochen regelmäßig zur Hüftkontrolle. Die Hüftdysplasie war nach wie vor sehr ausgeprägt. Dann endlich bekamen wir von einem Vertretungsarzt die Überweisung zur Kinderorthopädie. 

Heute mache ich mir große Vorwürfe, warum wir das nicht längst selber in die Hand genommen hatten. Wir waren tatsächlich ahnungslos, haben uns auf die Behandlung des damaligen Kinderarztes verlassen und nebenbei versucht, in unsere neue Rolle als Eltern hinein zu finden. Leicht wurde es uns nicht gerade gemacht. 

Der Kinderarzt empfahl uns verschiedene Krankenhäuser. Es gibt leider nicht sehr viele Kinderorthopädiekliniken in Deutschland. Eine lange Fahrt mit einem Neugeborenen wollten wir nicht zwingend in Kauf nehmen (noch eine Fehlentscheidung), und so entschieden wir uns für die nächstgelegene Klinik, zumal der Chefarzt der Kinderorthopädie im Internet hoch gelobt wurde. 

Den Namen des Krankenhauses möchte ich nicht öffentlich nennen. Wer dazu genaueres wissen möchte darf mich aber sehr gerne per Email kontaktieren.

Ruck-Zuck-Termin beim Chefarzt der Kinderorthopädie

Schon am nächsten Tag wurden wir beim Professor persönlich vorstellig, was mir das Ausmaß der Krankheit auch hätte verdeutlichen müssen. Seit wann landen gesetzlich Versicherte beim Professor? 

Also, wieder Ultraschall, wieder Tränen, denn nun bekam die damals noch kleine Große eine Pavlik-Bandage angelegt, die sie nun permanent tragen musste. Später haben andere Fachärzte hierüber die Augen verdreht, weil diese Methode kaum noch und in unserem besonderen Fall erst recht nicht angewandt wird. Hier kürze ich mal ab, denn unterm Strich unterscheidet sich dieses Gestell gar nicht so sehr von der Tübinger Schiene. 

Pavlik Bandage

Das Baby wird fest fixiert und das Waschen ist relativ kompliziert, denn die Bandage wird permanent getragen und liegt auf der Haut auf.

Fettweisgips

Der nächste große Schock kam, als sich die Hüfte nach weiteren vier Wochen der Therapie immer noch nicht verbessert, eher sogar verschlechtert hatte und mein Baby nun einen sog. Fettweißgips bekam. Dabei wird das Kind in einem Gips fixiert, der am Bauch beginnt und die Beine in Breitstellung bis hin zu den Füßen umschließt.

Meine Große war inzwischen knapp 2 1/2 Monate alt. Jetzt, wo wir seit Jahren im Krankenhaus Rummelsberg bei Nürnberg zur Behandlung sind, wissen wir, dass sie erneut falsch therapiert wurde. Wären wir von Anfang an dorthin gegangen, hätten wir uns womöglich Vieles erspart. Dort hätten die Ärzte ihr z.B. schon als Neugeborene sofort einen Fettweisgips zur stabilen Abspreizung angelegt.

Hätte hätte Fahrradkette… Wer weiß, vielleicht auch nicht, denn lt. Aussage der Ärzte hat meine Große mit ihrer hartnäckigen Hüfte einen Sechser im Lotto erwischt…

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2 Comments

  • Danke für die guten Tipps zur Kinderorthopädie. Eine Bekannte hat durch diesen Beitrag auch den Weg zum Fettweißgips gefunden. Es gibt halt oft verschiedene Meinungen bei den Ärzten.

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    • Das freut mich wirklich sehr, dass ich mit unserer Geschichte und den Erfahrungen, die wir gemacht haben, helfen konnte. Ich hoffe, dem Kind und der Familie geht es gut. Falls Ihr noch Fragen habt zu Themen, die ich bisher nicht angesprochen habe, dürft Ihr mir auch gerne schreiben.
      Ganz liebe Grüße, Jessica

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